Refeminisation of Art – ein Fotoprojekt des Jugend- und Stadtteilzentrums come2gether

Ausgangspunkt für das Fotoprojekt: Frauen in der Kunst?

Schon vor dreißig Jahren protestierte die amerikanische Künstlerinnengruppe Guerilla Girls mit dem Slogan „Do women have to be naked to get into the Met.Museum?“ gegen die Dominanz von männlichen Künstlern im modernen Kunstbetrieb und die Sexualisierung der Frauen in der Kunst. Nur vier Prozent der ausgestellten Objekte in den Abteilungen für Moderne Kunst waren von Künstlerinnen, aber über siebzig Prozent der nackten Personen stellten Frauen dar. Seit damals hat sich nicht viel verändert. Auch heute noch wird man, wenn man ein Museum betritt, mit einer männlichen Interpretation der Welt konfrontiert. Frauen bekommen nicht jene Anerkennung, die ihren Kollegen zu Teil wird.

Projektverlauf

Im Zuge des Mädchennachmittags des come2gether fand über mehrere Wochen ein Fotoprojekt zu dem Thema „Refeminisierung der Kunst“ statt. Was ist genau darunter gemeint?
Mit den Besucherinnen wurden bekannte Kunstwerke quer durch verschiedene Epochen wie zum Beispiel „Der Denker“ von Auguste Rodin, „Der vitruvianischer Mensch“ von Leonardo da Vinci oder Banksys „Rage, Flower Thrower“ dahin gehend betrachtet, wie der Mann im Vergleich zur Frau dargestellt wird.

Bei der Analyse mit den Mädchen wurde festgestellt, dass Männer oft als Helden, Herrscher oder Mittelpunkt der Schöpfung dargestellt werden. Frauen im Gegensatz dazu sind meist leicht bekleidet oder nackt, himmeln Männer an oder werden als liebende Mütter dargestellt. In vielen Skulpturen und Gemälden werden die Frauen auf ihr Aussehen reduziert.

Gemeinsam mit den Besucherinnen wurden für das Projekt verschiedene Kunstwerke aus unterschiedlichen Epochen und Genres ausgewählt. Die Mädchen übernahmen die männlichen Positionen und stellten die Posen nach. Eine Frau nimmt nun die Rolle des Mannes ein – als Denkerin, als Hoffnungsträgerin oder eben als der perfekte Mensch.

Die Ergebnisse sind bis Ende Juni im Jugend- und Stadtteilzentrum come2gether ausgestellt.

Christian Orou, Jugend- und Stadtteilzentrum come2gether

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