Offene Jugendarbeit in und mit neuen Medien (e-youth work) als Schutzmaßnahme gegen radikalisierende Internetpropaganda

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Zwischenberichtes zum KIRAS Forschungsprojekt

Das Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie (IRKS) hat, beauftragt bzw. in Kooperation mit BoKa, VJZ, BMFJ, B.I begonnen, eine Bestandserhebung zu e-youth-work in der Offenen Jugendarbeit in Österreich zu erheben.

Hierzu fanden bisher eine Online-Erhebung sowie qualitative Interviews und Gruppendiskussionen statt. Dabei wurden 623 Einrichtungen (mit der Bitte: Ausfüllen durch jeweils BasismitarbeiterIn und Leitung, dies scheint auch gelungen zu sein) kontaktiert, 211 gültige Datensätze, von ca. 110 verschiedenen Einrichtungen wurden übermittelt.

Folgende 3 Hauptherausforderungen wurden identifiziert

  1. Heranwachsende suchen in Onlinemedien Rollenbilder, Lebensentwürfe, Wertvorstellungen; dies macht sie anfällig für ethisch problematische Inhalte wie Gewalt, Extremismus, Pornografie
  2. Entgrenzung von privaten und öffentlichen Sphären
  3. Verfestigung von Ausgrenzungsmechanismen

Auch JugendarbeiterInnen müssen ihre Arbeitspraxis auf die neuen Bedingungen für das In-Beziehung gehen und soziale Miteinander mit Jugendlichen einstellen. Das erfordert ein neues professionelles Selbstverständnis und neue Arbeitsformen.

Hier die wichtigsten Zwischenergebnisse in aller Kürze

  • Hohe Vulnerabilität der Jugendlichen gegenüber Vereinnahmungs- und Manipulationsversuchen im Netz wird wahrgenommen
  • Es gibt eine hohe Sensibilität der JugendarbeiterInnen gegenüber extremistischen Einstellungen bei jugendlichen NutzerInnen, verbunden mit differenziertem Blick auf die dahinterstehenden Motive
  • Jugendarbeit hat gute Zugänge zu diesen Jugendlichen
  • Jugendarbeit hat radikalisierungspräventives Wirkungspotential
  • Aufgewendete Arbeitszeit für Online-Tätigkeit bzw. e-youth work variiert stark, je nach Einrichtung
  • Jugendarbeit ist als Medienvermittlerin und medienbezogen aktiv. Es gibt wenig direkte Interaktion mit Jugendlichen im virtuellen Raum, sondern meist eher im Sinne von Kontakt halten. Es fehlen Rolemodels (aus der Jugendarbeit) für die Jugendlichen, deren Identitätsentwicklung mittlerweile auch im virtuellen Raum stattfinden. Nur selten gibt es medienpädagogische Interventionen zu Selbstinszenierung und Identitätsarbeit. Hier fehlt es noch an Erfahrung und Wissen.
  • Medienbezogene Intervention findet vorrangig offline statt. Eher selten werden medienpädagogische Interventionen auch in der Online-Kommunikation gesetzt.
  • Knapp 50% der JugendarbeiterInnen haben Jugendlichen bereits auf Berührungspunkte mit extremistischen Inhalten oder Kontakten im Netz angesprochen. Positive Wirkung der Jugendarbeit wird als hoch eingestuft.
  • Großes Spannungsfeld zwischen Anonymität in der Jugendarbeit und Arbeiten in Sozialen Medien
  • Wissensaneignung erfolgt bei den JugendarbeiterInnen meist in informellen Lernsettings, durch selber Ausprobieren oder auch durch Jugendliche
  • Mangelnde Zeitressourcen für dieses Aufgabenfeld
  • Geringe Aufmerksamkeit gegenüber Aspekten sozialer Ungleichheit sowie der Gender-Dimension
  • Nur ein kleiner Teil der JugendarbeiterInnen hat Richtlinien für das Arbeiten in/mit sozialen Medien

Welche Empfehlungen das IRKS im Anschluss für die Offene Jugendarbeit ausspricht, sowie den gesamten Bericht finden Interessierte hier.

DSAin Christina Pantucek-Eisenbacher, MA13 Fachbereich Jugend

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