Aktionswoche „Novemberpogrom“ II (KUS-Netzwerk für Bildung, Soziales, Sport und Kultur)

Wir machen seit vielen Jahren im November Aktionen zum Thema „Novemberpogrom“.
Einen Querschnitt an gemeinsamen Arbeiten zu diesem Thema haben wir im vergangenen Blogartikel bereits präsentiert, nun möchten wir euch noch ein weiteres Projekt vorstellen:

Diese umfangreiche Arbeit war ein zweitägiges Projekt gemeinsam mit der Berufsschullehrerin einer UNESCO-Schule (Politische Bildung) bei dem die Kategorien der Maslowschen Bedürfnispyramide den unterschiedlichen Paragraphen der Allgemeinen Deklaration der Menschenrechte zugeordnet wurden: Also alle Bedürfnisse von den physiologischen Bedürfnissen der Unversehrtheit bis zur Selbstverwirklichung. Danach wurden den Schülern Faksimiles von Dokumenten aus der NS Zeit zu Verfügung gestellt, die vom österreichischen Staatsarchiv im Archiv Verlag publiziert und von uns teilweise erworben wurden. Anhand dieser Dokumente mussten die Schüler nun zeigen, welche Gesetze und Regelungen welche Menschenrechte angreifen und welche menschlichen Bedürfnisse dadurch eingeschränkt oder völlig missachtet wurden. Die Ergebnisse dieser Arbeit waren bemerkenswert.

Dieses Projekt sollte man in diesem Jahr 2018 – 70 Jahre Allgemeine Deklaration der Menschenrechte 1948 – auf alle Fälle wiederholen. Die Menschenrechte wurden nämlich nach dem 2. Weltkrieg mit großem Nachdruck eingeführt, da der Holocaust noch frisch im Gedächtnis war. Heute werden die Menschenrechte auf einmal wieder in Zweifel gezogen, die Abdeckung der menschlichen Bedürfnisse riskiert, um Menschen auf der Flucht oder auf der Suche nach Überlebensmöglichkeiten zu disziplinieren. Krieg, Hunger, Klimawandel und Umwelt bedingte Katastrophen gelten nicht als legitime Fluchtgründe. Politische Standpunkte radikalisieren sich.

Generell hängt es aber immer davon ab, wie viel Zeit die Berufschullehrer den KUS-Mitarbeitern für Workshops mit ihren Klassen zu Verfügung stellen. Für kurze, spontane Aktivitäten, die oft nur ein bis zwei Unterrichtseinheiten ausmachen,  eignet es sich aber auch einfach Bücher von Autoren, deren Arbeiten während des Novemberpogroms verboten und verbrannt wurden, auf die Tische zu legen und die Schüler die Bücher anlesen und die Biographien der Autoren mit dem Handy auf Wikipedia recherchieren und mit dieser Info Plakate oder Kurzreferate gestalten zu lassen.
Mit den heutigen modernen Medien kann man hier wirklich mit ganz einfachen Mitteln sehr viel in kurzer Zeit erreichen.

KUS-Netzwerk für Bildung, Soziales, Sport und Kultur

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