Einmal Zürich und zurück: Ein Tagungsbericht

„Sreenagers – Aufwachsen in einer digitalen Gesellschaft“. Das klingt als Tagungstitel doch interessant und scheint allemal eine  Reise in die Schweiz wert zu sein, dachte ich mir. Mein Chef sah das zum Glück genauso, daher startete ich am 22.1. 2018 nach Zürich, von wo aus ich am 23.1.2018 weiter nach Baar fuhr. Dort trafen sich, eingeladen von der Fachstelle punkto jugend und kind, rund 100 TeilnehmerInnen, um zum Thema Vorträge zu hören, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Der erste Vortrag bot einen knappen historischen Überblick über die raschen Entwicklungen von Computer, Handy, Internet und Co. Nichts wirklich Neues aber dann doch irgendwie beeindruckend, wenn man das im Zeitraffer präsentiert bekommt.

Danach versuchte Fr Drin Hipeli Eveline mit Tatsachen und Vorurteilen aufzuräumen, die wir Erwachsene über Kinder und Jugendliche und deren Umgang mit Social Media haben. Einerseits war das sehr beruhigend („Jugendliche vernachlässigen Hobbies, Freunde und Lesen nicht.“ „Von Sexting und Cybermobbing ist nur ein kleiner Teil von Jugendlichen betroffen“. „’Digital natives’ und ‘Digital Immigrants’ unterscheiden sich gar nicht so viel voneinander“). Anderseits war ich mir nicht ganz sicher, ob die Jugendlichen, welche in der Jugendarbeit andocken, tatsächlich in den zitierten Studien hinreichend repräsentiert sind.

Auch dem nächsten Vortragenden, Dr. Oliver Bilke-Hentsch schien es so ergangen zu sein, sprach er doch wesentlich mehr über die Risiken für  Kinder und Jugendliche durch die Nutzung digitaler Medien, war deutlich kritischer in seinem Beitrag. Aber ja, er arbeitet auch mit jenen Jugendlichen, welche in unserer digitalen Welt weniger gut zurecht kommen.

Die zwei nachmittäglichen WS brachten einerseits viele Tipps für hilfreiche Tools für den Praxisalltag und anderseits interessanten Einblick in eine mir bisher unbekannte SINUS-Jugendstudie „Wie ticken Jugendliche 2016?- Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in Deutschland“.

Was hat die Reise gebracht?

  1. Die Erkenntnis, dass sich JugendarbeiterInnen in der Schweiz ähnliche Fragen zum Thema Medienarbeit stellen, wie wir in Wien. Zum Beispiel: Wie schaffen wir den Auftrag zu erfüllen mit unseren knappen Zeitressourcen? Wie sehr gehe ich als JugendarbeiterIn selber in den digitalen Raum? Wie grenze ich mich dann in Zukunft ab? U.ä.
  2. Ich habe nette Leute getroffen und neue Kontakte geknüpft.
  3. Ich habe erfahren, dass Schweizer Jugendarbeit z.T. strengere Zugänge und Haltungen in der Jugendarbeit hat und mehr mit Verboten als wir in Wien arbeitet.
  4. Viele Tipps und Links zum Weitergeben und selber Nachlesen:
  • Swisscows: Eine sichere CH-Suchmaschine
  • klicksafe.de: Wichtige Plattform zu allen Themen
  • handysektor.de: Alles zum Thema Smartphone; die aktuellsten Apps werden getestet und Vor-und Nachteile erläutert
  • jugendundmedien.ch: Wichtigste CH-Plattform
  • freelance: Methodenbox mit langen und kurzen Einheiten, auf Schule konzipiert, allerdings auch für die Jugendarbeit brauchbar
  • Begs: Beratungs- und Anlaufstelle für Extremismus und Gewaltfragen Schweiz
  • new media concept: Broschüren und Tipps zur Medienarbeit
  • So geht Medien: Viele Materialien und Filme zur Arbeit mit ab 10-Jährigen vom Bayerischen Rundfunk
  • Wie ticken Jugendliche 2016? Deutsche SINUS-Studie von 2016 über Lebenswelten von Jugendlichen, besonders interessant sind Kapitel 3 und 4
  • Dokumentation und Ergebnisse eines Barcamps zur Frage der digitalen Jugendarbeit
  • Alle Tagungsbeiträge online zum Nachlesen. Bei “Publikationen, Downloads & Links” unter “Fachtagung” sind die einzelnen Beiträge als pdf zu finden.

Christina Pantucek-Eisenbacher, MA 13-Fachbereich Jugend
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