Barcamp-Nachlese: „Digitale Lebenswelten – Ist die Offene Jugendarbeit ausreichend präsent?“

Der folgende Beitrag ist eine Zusammenfassung der Session „Digitale Lebenswelten – Ist die Offene Jugendarbeit ausreichend präsent?“ bei der Veranstaltung „Barcamp Medien.Kompetenz.JA“ am 27.11.2018 im WienXtra Medienzentrum. Diese bot Raum für einen regen und konstruktiven Austausch verschiedenster Einrichtungen der Offen Jugendarbeit.

Schon in den ersten Wortmeldungen wurden Ängste und die Frage nach Ressourcen angesprochen. „Dürf ma das?“ hallt in den Köpfen, wenn es darum geht, auf sozialen Medienplattformen zu interagieren (Stichwort Datenschutz). Für einige geht es um die Frage „Will ich das?“, andere fragen sich wiederum „Kann ich das?“.

Jugendliche sind bekanntermaßen Expert*innen in der Anwendung der Applikationen und tauschen sich gerne über ihr Know-how aus. Beim gemeinsamen Tun können so auch heikle Themen der Anwendung wie Datenschutz, Privatsphäre oder Nutzungsverhalten reflektiert werden.

Einige Diskussionspunkte zusammengefasst

Einigkeit in der Diskussion findet sich in dem Aspekt, dass neue Medien ein hilfreiches Werkzeug für Jugendarbeiter*innen sind, um z.B. Kontakt zu Jugendlichen zu halten. Die klassischen Methoden professioneller Jugendarbeit zeichnen sich nach langjähriger Entwicklung durch eine hohe Kompetenz & Routine aus. Im Gegensatz dazu steckt die neue Methode der digitalen Jugendarbeit sozusagen noch in den Kinderschuhen. Daher braucht es mehr Gelassenheit und es geht darum, Ängste zu überwinden und Passivität aufzubrechen.

Im Rahmen der Session wurde der Begriff des „reflektierten Pragmatismus“ eingebracht. Demnach geht es darum, die digitalen Tools ausprobieren und zu nutzen, dabei kritisch zu bleiben und außerdem neugierig und authentisch zu sein. Denn als Jugendarbeiter*innen bewegen wir uns in der Welt der Jugendlichen und diese bewegen sich vermehrt im digitalen Raum.

Eine „Social-Media-Guideline“ kann dabei helfen Klarheit über die Teampositionierung und die Aufgaben des Teams zu finden.

Eine Social-Media-Guideline

  • nimmt Unsicherheiten
  • definiert Handlungsweisen
  • erleichtert eine einheitliche Linie im Team
  • teilt die große unbekannte digitale Welt in konkrete, kleine Themengebiete mit eigenen Arbeitsschritten und Aufgaben (Fotos veröffentlichen, Chatten, Programmbewerben, Posten)
  • und kann/muss bei Bedarf überarbeitet werden.

Abschließend aus dem Erfahrungsschatz der Teilnehmenden noch einige Do’s und Dont’s der digitalen Jugendarbeit:

Do’s

  • Reflektierter Pragmatismus: Tools benützen aber kritisch bleiben.
  • Whatsapp Broadcast: Vorsicht, Broadcast werden nur den Personen zugestellt, die die Nummer, von welcher der Broadcast geschickt wird als Kontakt eingespeichert haben.
  • Whatsapp Profil mit Info zur Erreichbarkeit.
  • Instagram auch für Beratung: Fotos und kurze Statements können Anstoß geben für eine Beratung zu einem speziellen Thema.
  • Tutorials (z.B. Youtube): Diese ermöglichen einen schnellen Einblick in die Anwendung von Applikationen zu bekommen.
  • Regelmäßiges Posten: Je öfter man postet, desto wahrscheinlicher ist es, auf sozialen Plattformen wahrgenommen zu werden. Ein schnelles Foto einer Aktion oder des Programms vor Dienstbeginn, ein kurzes Video … die Bandbreite ist groß.

Dont’s

  • Whatsapp Gruppen werden skeptisch gesehen, weil die Telefonnummern aller Gruppenteilnehmer*innen von allen gesehen werden können (Stichwort Datenschutz).
  • YouTube ist als Beratungstool nicht geeignet.

Nützliche Tipps

Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO):
Auf der Homepage der BOJA steht ein Leitfaden zur Verfügung.

Digitale Medien:
Bei Fragen bzw. Empfehlungen im Umgang mit digitalen Medien bietet WienXtra viele Informationen.

Alenka & Leo, Verein Bahnfrei

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