Aktiv gegen Cyber-Mobbing – erst denken, dann klicken

Informationsworkshops mit der Wiener Polizei

Zielgruppe dieses Projektes zum Thema Cyber-Mobbing/Gewaltprävention waren Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren, die regelmäßig das Jugendcafé in den Räumen der Polgarstraße 30a besuchen. An insgesamt vier Abenden von April bis September widmeten sich die Mädchen und Burschen begleitet von ExpertInnen der Wiener Polizei sowie den Zeit!Raum JugendarbeiterInnen dem Thema Cyber-Mobbing / Gewalt im Netz.
Als Vorbereitung auf den Hauptteil des Projekts stand am ersten Informationsabend die Begriffsdefinition von Mobbing /Cyber-Mobbing am Programm, die unterschiedlichen Formen, auslösende Faktoren, sowie die aktuelle Gesetzeslage.

KriminalbeamtInnen beantworten Fragen

 Beim nächsten Termin fand ein Gewaltpräventionsworkshop mit zwei BeamtInnen der Wiener Kriminalpolizei statt. Die BeamtInnen referierten über die Thematik und es gab viel Platz für Fragen. Besonders positiv am Workshop war die Wissensvermittlung durch interaktive Übungen. Beispielsweise erarbeiteten alle gemeinsam eine „Gewaltskala“- eine Übung zur Einschätzung von Gewalttaten auch jenen im Internet.

Diese Übung funktionierte folgendermaßen:
Die Nummern 1 bis 7 (1 für wenig Gewalt, 7 für viel Gewalt) wurden auf Papierschildern dargestellt, auf dem Boden aufgelegt und paarweise konnte man ein Bild mit Beschriftung (z.B. Sexting, Drohungen, sexuelle Belästigung, etc.) ziehen. Dann mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach eigenem Dafürhalten das gezogene Bild zur entsprechenden Zahl zuordnen. Am Schluss entstand eine gewisse Reihenfolge auf der „Gewaltskala“. Die Jugendlichen wurden gefragt, ob sie mit der Reihung einverstanden seien, oder ob sie noch etwas verändern würden. Schlussendlich folgte die Auflösung, bei der viele Mädchen und Burschen ob der offiziellen „Gewaltmaßskala“ ins Grübeln kamen.
Es war uns wichtig, diesen Workshop nochmals zu reflektieren, weshalb wir gemeinsam mit den Jugendlichen eine Woche danach nochmals über aktuelle Cyber-Mobbing Fälle diskutierten. Die dabei aufgekommenen rechtlichen Fragen konnten wir abermals gemeinsam mit den KriminalbeamtInnen beantworten.

„Wer hilft mir?“- Recherche im Netz

Am vierten Projektabend ging es bei der Übung “Wer hilft mir?” darum, im Internet gute Anlaufstellen und Möglichkeiten zum Selbstschutz/ zur Selbsthilfe zu sammeln.
Wichtig war uns hierbei zu vermitteln, was getan werden kann, falls die TeilnehmerInnen einmal belästigt werden, beobachten, wenn jemand digital gemobbt wird, oder etwas posten, was sie später bereuen.
In Gruppenarbeit recherchierten die Jugendlichen mit Laptops zu jeweils einer Einrichtung, bei der man sich im Internet Hilfe holen kann.

Zur Auswahl standen u.a. die Institutionen:

Rechercheergebnisse waren unter anderem, dass die Seite http://www.ombudsmann.at/ helfen kann, wenn man Fotos von sich selber aus dem Netz löschen möchte, dass man im Falle von Belästigung diese Person dem Webseitenbetreiber melden, User blockieren und sperren kann, und, dass man Beweise über unangenehme Nachrichten stets mittels Screenshots speichern sollte.

Viele weitere ausgearbeitete Fragen präsentierten die TeilnehmerInnen dann auf einem Plakat, das seitdem im Jugendcafe hängt.

Fazit

Wirkungen zeigten sich insofern, als dass die Jugendlichen seither immer wieder von Problemen im Umgang mit sensiblen Daten im Internet sprechen und diese gemeinsam diskutieren. Somit konnte beobachtet werden, dass die Mädchen und Burschen nach den Informationsabenden zur Reflexion angeregt wurden und sich Gedanken zu einem heiklen Umgang mit Fotos, Videos und Texten machen. Ein Highlight für die Jugendlichen aus der Polgarstraße war der Besuch der KriminalbeamtInnen und die Art, wie diese ihr Fachwissen vermitteln konnten.

Zielgruppennahe Beispiele dienen als „Eisbrecher“ für den Einstieg in das sensible Thema – in unserem Fall waren das Nacktbilder und Verbreitung von peinlichen Fotos.

Die Unterlagen für die Diskussionsabende haben wir von der Homepage von http://www.saferinternet.at/ genommen, für praktische Übungseinheiten eignen sich die Quellen von http://www.peerbox.at/. Außerdem könnt ihr auch unter https://bundeskriminalamt.at/201/start.aspx Kontakte zu KriminalpräventionsexpertInnen für Informationsworkshops herstellen.

Nina Sponseiler, Zeit!Raum – Verein für soziokulturelle Arbeit, Wien

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